Massaker · 1948-04-09 · Unter britischem Mandat
| Ort, damals | Deir Yassin (Dayr Yasin), Jerusalem, Britisches Mandatsgebiet Palästina |
|---|---|
| Ort, heute | Stadtteil Givat Shaul, Westjerusalem, Israel, Dorf abgerissen; Gelände in israelische Wohngebiete integriert |
| Täter | Irgun (Etzel); Lehi (Stern Gang); Haganah/Palmach (support) |
| Einordnung | Kriegsverbrechen (Haager Übereinkommen von 1907); Verbrechen gegen die Menschlichkeit (moderne) |
Das Massaker von Deir Yassin ereignete sich Anfang April 1948 während heftiger Kämpfe um Jerusalem (im Rahmen der Operation Nachschon). Das Dorf hatte zuvor ein lokales Nichtangriffsabkommen mit benachbarten jüdischen Gemeinden geschlossen; dennoch starteten Irgun und Lehi im Morgengrauen einen Angriff mehrerer Achsen. Haganah/Palmach-Elemente leisteten später Unterstützung. Die Tötung von Zivilisten – darunter Frauen, Kinder und Alte – wurde von israelischen und internationalen Zeugen dokumentiert; überlebende Gefangene wurden in Jerusalem vorgeführt und später freigelassen. Die Schätzungen der Opferzahlen variieren; die meisten Forscher gehen von etwa 107 aus, wobei in zeitgenössischen Berichten höhere Zahlen (etwa 200–250) genannt werden. Die gesamte Dorfbevölkerung (etwa 710 im Jahr 1948) wurde vertrieben; das Land von Deir Yassin wurde später in die Stadtteile Westjerusalems eingemeindet. Keiner der Täter wurde strafrechtlich verfolgt; Irgun-Kommandant Menachem Begin wurde später Ministerpräsident (1977–1983).